Demoversion

Mac im Handwerkerbüro?

Ist der Einsatz eines Apple Mac im Handwerkerbüro sinnvoll?

Apple Mac gewinnt immer mehr Marktanteile im Bereich der Desktop PCs und ist für viele Anwender eine ernsthafte Alternative zu Windows Systemen. Mit nicht nachvollziehbaren Entscheidungen – wie beispielsweise der Wegfall des Start Buttons bei Windows 8 – und einem noch immer sehr negativen Image im Sicherheitsbereich nährt Microsoft die Wechselbereitschaft auf andere Systeme. Aber ist der Mac tatsächlich besser?

Als Fachhändler von TopKontor Handwerk nehmen wir den Trend wahr, dass auch viele Handwerksbetriebe ihr Büro gerne auf Mac umstellen würden. Die Beweggründe für einen solchen Schritt basieren aber häufig auf falschen Annahmen. Da ich mich als Informatiker im Arbeitsalltag mit allen Plattformen professionell auseinandersetzen muss, möchte ich mit diesem Artikel mit ein paar Mythen aufräumen und zudem einige Denkansätze liefern, die bei der Entscheidung für das System im Handwerksbüro eine wichtige Rolle spielen.

Zu guter Letzt möchte ich aufzeigen, wie der Mac im Handwerksbüro eingesetzt werden kann.

Warum überhaupt Mac?

Dass man sich eine Alternative wünscht, wenn Windows mal wieder nervt, ist nachvollziehbar. Aber warum ist ausgerechnet der Mac die Alternative Nr. 1? Warum nicht Linux? Einige Linux Distributionen haben sich in den letzten Jahren hervorragend entwickelt und müssen sich in Funktionsumfang, Bedienbarkeit und Stabilität weder vor Mac noch vor Windows verstecken. Ich denke, der Hauptgrund, warum sich Mac als Desktop System steigender Beliebtheit erfreut, ist das iPhone bzw. das iPad. Die Geräte sind herrlich einfach zu bedienen und wegen der App Store Politik relativ sicher. Es ist nachvollziehbar, dass man diese Vorzüge dann auch auf den Mac projiziert, da dieser ja auch aus dem Hause Apple kommt. Aber ist das wirklich so?

„Mein Mac ist sicherer!“

Bis heute hält sich tapfer der Mythos, dass es für Mac keine Viren gibt. Immer wieder bekomme ich diese Aussage von Interessenten und Kunden zu hören. Diese Behauptung ist aber schlichtweg falsch. Es stimmt zwar, dass es lange Zeit für den Mac keine Viren gab. Der Grund hierfür ist allerdings, dass es für boshafte Entwickler einfach zu wenig Mac Rechner als Angriffsziel gab, als das sich der Aufwand gelohnt hätte. Heute sieht das aber anders aus. Es gibt zwar bei weitem nicht so viele Viren für Mac wie für Windows, aber die Popularität des Mac ist auch an den Schadsoftwareentwicklern nicht vorbei gegangen. Zudem hat Windows durch die Erfahrungen in den letzten Jahren die Systemarchitektur in Sicherheitsaspekten sehr verbessert. Apple dagegen gewichtet das Thema Sicherheit auf dem Mac bei weitem nicht so schwer wie Microsoft für Windows. Einige Sicherheitsexperten warnen davor, dass eine gezielte und breit angelegte Attacke gegen Mac Systeme kein theoretisches Szenario bleiben wird.

„Mein Mac ist benutzerfreundlicher!“

Wenn man diese Aussage auf einen Vergleich zwischen der Systemsteuerung in Windows und den Systemeinstellungen auf dem Mac reduziert, ist diese Behauptung absolut plausibel. Beim Mac ist es in der Tat so, dass ein Laie grundlegende Systemeinstellungen schnell findet und diese ohne besonderes technisches Knowhow den eigenen Bedürfnissen anpassen kann. Microsoft hat es bei Windows bis heute nicht geschafft, die Systemeinstellungen für technische Laien zugänglich zu machen. Oft scheitert es schon an der Begriffswahl für die jeweiligen Funktionen.

Die Benutzerfreundlichkeit beschränkt sich aber nicht nur auf Systemeinstellungen, sondern auch (und vor allem) auf die tägliche Arbeit mit dem System. Hierbei hat der Mac aus meiner Sicht einen wesentlichen Nachteil gegenüber Windows: Das Fenstermanagement.

Mit mehreren Fenstern der gleichen Anwendung (z.B. einem E-Mail Programm) wird es unter MacOS schnell unübersichtlich und kompliziert. Unter Windows hingegen behält man auch bei vielen geöffneten Fenstern jederzeit den Überblick, und es bereitet keine Probleme, mit mehreren Fenstern innerhalb einer Anwendung zu arbeiten. Im Arbeitsalltag ist dies ein wichtiger Effizienzfaktor.

 „Warum gibt es Ihre Handwerkersoftware nicht für den Mac?“

Obwohl die Zahl der Mac Anwender zunimmt, arbeitet der absolute Großteil der Handwerksbetriebe nach wie vor mit Windows. Da die Systemarchitekturen zwischen Mac und Windows grundverschieden sind, müsste die komplette Software neu geschrieben werden. Dieser Aufwand rentiert sich derzeit nicht, weshalb bis heute alle namhaften Softwarehäuser im Bereich der Handwerkersoftware auf eine Portierung auf Mac verzichten. Es gibt zwar inzwischen auch Bürosoftware für den Mac. Meiner Kenntnis nach haben diese aber bei weitem nicht den für Handwerker notwendigen professionellen Funktionsumfang wie ihn beispielsweise Taifun, Hapak oder eben TopKontor Handwerk bietet.

Dieses Problem bezieht sich übrigens nicht nur auf Handwerkersoftware. Auch CAD Programme für Handwerksbetriebe sind aus den gleichen Gründen für den Mac kaum zu bekommen. Prinzipiell sieht es bei branchenspezifischen Softwarelösungen für den Mac derzeit nicht gut aus.

„Ich will aber trotzdem mit meinem MAC arbeiten!“

Die Diskussion um die Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit der Systeme ist sicherlich auch Ansichtssache. Das Fehlen von branchenspezifischer Software ist jedoch ein schwerwiegendes Argument gegen Mac und für Windows. Objektiv betrachtet ist deshalb der Mac im Handwerksbüro derzeit nicht die optimale Lösung.

Wen das geniale Look and Feel des Mac aber einmal gefangen hat, möchte es nicht mehr missen. Das gilt nicht nur für Handwerker. Auch wenn derzeit der Einsatz von Mac nicht die rationalste Entscheidung für den Handwerksbetrieb ist, gibt es durchaus Möglichkeiten, mit dem Mac effizient im Handwerkerbüro zu arbeiten. Denn es gibt professionelle Virtualisierungssysteme, die es ermöglichen, Software, die für Windows programmiert wurde, unter Mac zu betreiben.

Buzzword: Cloud Computing

Cloud Computing ist in aller Munde und ermöglicht unter anderem die plattformübergreifende sowie ortsunabhängige Nutzung von Windows Software. Hierbei läuft die Software auf einem Server, welche mithilfe einer RDP-Verbindung auf allen gängigen Systemen ausgeführt werden kann – nicht nur auf Windows, Mac oder Linux, sondern sogar auf dem iPad oder Android Systemen. Der Anwender hat hierbei den Eindruck, dass die Software tatsächlich auf dem lokalen System ausgeführt wird. Der große Vorteil dieser Methode ist die maximale Flexibilität in Sachen Betriebssystem und Örtlichkeit – eine schnelle Internetverbindung vorausgesetzt. Dieser Service hat allerdings auch seinen Preis. 100,- € pro Monat plus Einrichtung und zusätzliche Arbeitsplätze muss man für eine solche Lösung kalkulieren. Auch die Tatsache, dass mit dieser Methode wichtige Geschäftsdaten irgendwo im Internet liegen, ist nicht jedermanns Geschmack.

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Es geht auch günstiger!

Virtualisierung ist auch auf dem lokalen Computer möglich. Mit Parallels Desktop bietet sich eine sehr bequeme und ausgereifte Möglichkeit, Windows Programme auf dem Mac zu betreiben. Obwohl im Hintergrund ein Windows arbeitet, entsteht beim Anwender der Eindruck, dass das ausgeführte Programm tatsächlich unter MacOS läuft. Viele unserer Kunden betreiben TopKontor Handwerk mit Parallels Desktop auf ihrem Mac und sind damit sehr zufrieden. Die wesentlichen Vorteile dieser Lösung sind zum einen der geringe Preis (Parallels Desktop kostet 80,- €. Außerdem wird eine Windows Lizenz benötigt). Zum anderen ist für viele Handwerker der Aspekt wichtig, dass sensible Daten auf dem eigenen Rechner liegen und nicht auf einem Server irgendwo im Internet.

Fazit

Objektiv betrachtet ist es sinnvoll, die Computer im Handwerksbetrieb mit Windows zu betreiben, da vor allem die große Auswahl von branchenspezifischen Softwaresystemen (wie beispielsweise Handwerkersoftware oder CAD Programme) unter Mac aktuell nicht zur Verfügung steht.

Wenn es aber dennoch unbedingt der Mac sein soll, kann mit Cloud-Lösungen oder mit dem wesentlich günstigeren Parallels Desktop das große Softwareangebot für Windows auch auf dem Mac genutzt werden.

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